Ö-Norm Montage

Fenstermontage nach Ö-Norm B5320 oder RAL

Bei der neuen Ö-Norm B5320 (wurde Anfang 2015 überarbeitet) geht es vor allem um die 3 Funktionsebenen:

  • Dichten Außen (Schlagregen, Wind) (Dichtheit)
  • Dämmen (Wärme, Schall) (Wärmeverluste)
  • Dichten Innen (Luftdichtheit, u.U. dampfdiffusionsdicht)

Vereinfacht gesagt, geht es darum, dass die Fugenausbildungen auf der Innenseite dicht sein müssen als Außen.

Bei einer fachgerechten Montage nach ÖNORM B5320 (oder auch RAL-Richtlinie genannt) muss dies auch über einen längeren Zeitraum gewährleistet werden können. Das heißt, dass die Fensterabdichtung eventuelle Bewegungen zwischen Fenster und Wand, die durch Dehnung, Wärmespannungen, Erschütterungen oder Wind entstehen können, dauerhaft aufnehmen muss. Die äußere Abdichtung wird als Wetterschutzebene dauerhaft schlagregendicht und gleichzeitig dampfdiffusionsoffen ausgeführt. Die Dämmebene zwischen dem Fensterrahmen und dem Mauerwerk wird vollständig mit wärme- und schalldämmenden Material ausgefüllt, sowie in der herkömmlichen Montage mittels PU-Schaum. Die innere Abdichtung, die zur Trennung von Raum- und Außenklima dient, wird luft- und unter Umständen dampfdiffusionsdicht hergestellt. Bei dampfdiffusionsoffeneren Wänden ist die Gefahr von schädlicher Kondensatbildung gering, weswegen unter diesen Bedingungen ein raumseitiger, dampfdiffusionsdichterer Anschluss nicht erforderlich ist. Eine luftdichte Ausführung ist lt. ÖNORM jedenfalls auszuführen.

Mit dieser Maßnahme wird verhindert, dass warme und feuchte Innenluft in die Fuge eintritt, dort abkühlt und als Tauwasser den Bauanschluss schädigt, oder die Wärmedämmung reduziert.

So können feuchtigkeitsbedingte Bauschäden, wie Schimmelbildung oder ähnliches, verhindert und ein gesundes Raumklima geschaffen werden.

Um eine Ö-Norm gerechte Montage auch in der Sanierung ordnungsgemäß durchführen zu können, bedarf es eines Glattstrichs. Das heißt, dass der Altbestand an Fenstern vorsichtig ausgelöst und das Mauerloch glatt verputzt wird. Sobald der Putz getrocknet ist, kann das neue Fenster samt etwaiger Fugendichtbänder eingebaut werden . Bitte beachten Sie daher den zusätzlichen, erforderlichen Zeitaufwand der mit einem vorherigen Glattstrich einher geht.

Da dies in einer bewohnten Wohnung allerdings nicht immer mit Einverständnis der Bewohner möglich ist, kann die ÖNORM auch vertraglich ausgeschlossen werden (sie ist vertraglich nicht verpflichtend).

Achtung: Die Blower-Door-Messung gemäß ÖNORM EN 13829 ist nicht zur qualitativen und quantitativen Beurteilung der Luftdichtheit des Fenster- und Bauanschlusses geeignet!

Quellen:

www.bauanschluss.net/önorm-b-5320-und-önorm-b-8110-2-informationen

www.energiesparhaus.at/gebaeudehuelle/fenstereinbau_ral.htm